Mitsprechen,
Vernetzen,
Gestalten

Am Donnerstagabend, den 22. Mai 2025, fand in der Aula der Stadtschule Rotenburg der jüngste Kommunikationstreff des Rotenburger Wirtschaftsforums (RWF) statt. Rund 60 Mitglieder und Gäste waren der Einladung gefolgt, um sich über das kulturelle Angebot der Kulturinitiative Rotenburg (K!R) und das ehrenamtliche Engagement des Vereins zu infomieren.

Nach der Begrüßung durch RWF-Vorsitzenden Heiko Kehrstephan übernahm Uwe Goldschmidt – stellvertretend für die K!R – das Wort. Der Verein, der mit knapp 150 Mitgliedern jährlich rund 120 Veranstaltungen organisiert – von Konzerten über Theater und Lesungen bis hin zu Filmabenden –, gewährte Einblicke in seine vielseitige, aber auch herausfordernde Arbeit. Denn: In Rotenburg fehlt es an einer zentralen öffentlichen Kulturspielstätte. Stattdessen muss die K!R auf unterschiedlichste Orte ausweichen – von Geschäftsräumen über das Heimathaus bis hin zu Schulaulen.

Vereinsvorsitzender Goldschmidt brachte die Lage unterhaltsam, aber treffend auf den Punkt: „Wir kennen jeden Stuhl in Rotenburg mit Vornamen.“ Der Abend diente jedoch nicht nur der Bestandsaufnahme, sondern vor allem einem klaren Appell: Rotenburg braucht ein eigenes Kulturzentrum.

Moderator Michael Schwekendiek erinnerte an frühere, gescheiterte Initiativen – etwa am Hof Königskamp oder im Werner-Haus während der Pandemie – und lenkte den Blick auf erfolgreiche Beispiele in den Nachbarregionen: das Kasch in Achim oder die „Alte Schlachterei“ in Schneverdingen, beide realisiert mit erheblicher öffentlicher Förderung. Zum Vergleich: In Rotenburg erhält die K!R derzeit lediglich einen jährlichen Zuschuss von 16.500 Euro.

Der Vorschlag, Kultur nicht nur als „weichen Standortfaktor“, sondern als konkreten Beitrag zur Attraktivität der Stadt für Fachkräfte und junge Familien zu verstehen, stieß auf breite Zustimmung. Heiko Kehrstephan betonte: „Wir müssen alles in die Waagschale werfen, was Rotenburg zu bieten hat.“ Auch CDU-Fraktionschef Tilman Purrucker forderte stärkere politische Unterstützung und kritisierte frühere Entscheidungen – etwa rund um den Bürgersaal – als verpasste Chancen.

Zum Abschluss warf Schwekendiek mögliche neue Kulturstandorte in die Runde – darunter die frei werdende Lidl-Immobilie an der Brauerstraße, die alte Sparkassenfiliale an der Verdener Straße oder die Pestalozzischule. „Es lässt sich was machen“, lautete sein Fazit. Wie, wo und wann – das bleibt allerdings auch nach diesem Abend offen.

Nach dem offiziellen Teil, der durch kurze Sequenzen auf der großen Videoleinwand abgerundet wurde, nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch bei einem kleinen Fingerfood-Buffet und Getränken.

Impressionen